Die Zeugen Jehovas an meiner Tür

11 Uhr am Samstag morgen, bin gerade beim Aufstehen 🙂 da klingelt es an der Tür. Boah, wer kann das sein so früh? Ich mache einfach nicht auf.

Aber halt – ich erwarte ja ein Paket von eBay… vielleicht ist es das? Schnell angezogen und (ganz uneigennützig) zur Haustür gelaufen. Oh nein – zwei ältere Herren mit kleinen Taschen… da wo sie ihre Waffen drin versteckt haben – die Bibel, den Wachtturm (Wachturm?) und kleine Zettel mit Bildern von fröhlichen Familien.
Okay, also los, ich kann eh nicht mehr zurück, sie haben mich schon gesehen.

“Guten Morgen, wir möchten mit Ihnen über Gott sprechen…“
Na, denke ich, da habt Ihr Euch ja gerade den richtigen ausgesucht.
“… wir machen uns nämlich Sorgen um die Welt, es gibt ja so viele Kriege und Gewalt in der Welt…“
Oh ja, sage ich, das ist nicht schön, ich mache mir auch viele Gedanken um diese schöne Erde.

Ich kann mich mit den Zeugen Jehovas immer gut unterhalten, manchmal erzähle ich ja sogar das gleiche wie sie. Wirklich nette Menschen, und das meine ich jetzt gar nicht ironisch.

Diesmal kommen wir auf die Leuchtturmfabrik zu sprechen, weil das Schild am Briefkasten unübersehbar ist. “Was hat das zu bedeuten?“, wollen die netten Herren wissen. Die Nähe zur Wachtturm-Gesellschaft liegt in der Luft… Nun – ich erkläre ihnen, dass wir alle aufgerufen sind, Gottes Licht in uns zu finden und es leuchten zu lassen. Jeder kann ein Leuchtturm sein. Gott ist nicht getrennt von uns, viele Religionen flunkern da ein bisschen.
“Ja,“ sagen die beiden, “da haben Sie recht. Im Namen Gottes passiert viel Leid. Viele Religionen verhalten sich sehr kriegerisch, mit viel Gewalt, wie wir ja im Fernsehen sehen.“

Ein bisschen geht das Gespräch noch so weiter, dann formuliere ich den Satz “Religion ist für den Menschen, aber Gott ist einfach Gott.“ Die beiden nicken zustimmend.
Religionen sind genau genommen Einschränkungen, weil sie das vermitteln wollen, was die Weisen schon herausgefunden haben. Was aber ist mit den Dingen, die noch unbekannt sind? Bedeutet Religion wirklich Freiheit?
Einer von beiden holt nun seine Bibel aus der Tasche, ich winke ab. Nicht dass ich die Bibel auswendig kenne, aber ich möchte jetzt doch lieber meinem Tagwerk nachgehen und wünsche den beiden von ganzem Herzen noch viel ErRfolg!

Mit diesen Worten verabschieden wir uns, ich glaube, sie haben den Satz über die Religionen nicht wirklich verstanden… (sonst müssten sie ja ihren Job quittieren, haha). Ja, so sind sie, die Zeugen, immer ein bisschen festgefahrener als man selber, oder war es umgekehrt? *kopfkratz*

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